[REZENSION] ZU “TOUCH OF INK – DIE SAGE DER WANDLER” VON STEFANIE LASTHAUS

[REZENSION] ZU “TOUCH OF INK – DIE SAGE DER WANDLER” VON STEFANIE LASTHAUS

Touch of Ink 1

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Leseexemplar
Verlag: Ravensburger
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsdatum: 01.02.2021
Seiten: 544
Print: 14,99 €
Ebook: 9,99 €
Reihe: ja, Band 1
ISBN: 978-3473585908


Inhalt

Destiny is written on your skin.
Seit Quinn denken kann, trägt sie ein Tattoo im Nacken. Ein wunderschönes, verschlungenes Muster – doch weder Quinn noch ihre Adoptiveltern wissen, woher sie es hat. Bis Quinn im ersten Semester an der Vancouver Island University auf Nathan trifft. Nathan, der ihr einen heiß ersehnten Job vor der Nase wegschnappt. Dessen funkelnde Augen und fast raubtierhafte Geschmeidigkeit Quinn unweigerlich faszinieren. Instinktiv spürt sie, dass hinter der Fassade des Vorzeigestudenten etwas Unbezähmbares lauert. Doch sie ahnt nicht, dass Nathans Geheimnis etwas mit den unheimlichen Visionen zu tun hat, die sie seit Monaten verfolgen.

© Ravensburger Verlag


Meine Meinung

Das traumhafte Cover von Touch of Ink hat mich direkt verzaubert und der Klappentext hat mich dann ebenfalls überzeugt und ich war sehr gespannt auf die Geschichte.

Nach nur wenigen Seiten war mir zumindest schon mal klar, dass die Autorin einen einfach gehaltenen, erfrischenden Schreibstil hat, der die Seiten verfliegen lässt. Man lernt direkt Quinn kennen und ihre Visionen, das hat Stefanie Lasthaus ganz gut eingefädelt, weil so gleich Neugier vorhanden ist. Allerdings ist es mir danach lange schwer gefallen, so richtig in die Geschichte einzutauchen. Das Setting mochte ich, auch die Idee mit den Tribes, den Wandlern und den Sängern fand ich super, doch leider in der Umsetzung etwas zu langatmig erzählt. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir die Charaktere allgemein etwas zu blass blieben. Nathan, Sam und auch die Prota waren mir zwar sympathisch, doch der letzte Funke wollte nicht ganz überspringen. Trotzdem muss ich positiv erwähnen, dass mir gut gefallen hat, dass hier mal eine Protagonistin am Start ist, die nicht sofort auf alles endlos zickig und bockig reagiert. Sie hat vieles zwar sehr schnell hingenommen, doch ist es hier auch so, dass sie nicht von heute auf morgen irgendwelche Fähigkeiten hat, sondern schon ihr ganzes Leben lange unter ihren Visionen leidet. Da konnte ich gut nachvollziehen, dass man dankbar ist, endlich eine Erklärung zu bekommen, auch wenn diese eigentlich unmöglich erscheint. Aber das sollten Visionen an und für sich ja auch sein, von daher fand ich das stimmig erzählt.

Nachdem ich in der ersten Hälfte das Buch öfter weggelegt habe, wurde es zur Mitte hin besser. Die Story hat etwas an Fahrt aufgenommen und ich wollte die Hintergründe und Zusammenhänge herausfinden. Vieles ist dabei allerdings schon sehr offensichtlich und durchschaubar gemacht, aber ich kann auch mal an einfachen Geschichten meine Freude finden, wenn mich andere Dinge packen können. Dabei war einfach das Grundthema grandios gemacht und hat mich am Lesen gehalten. Leider hat das wieder nicht bis zum Schluss angehalten. Im Prinzip ist alles vorhanden, was man für eine gute Story braucht, doch das Potenzial wurde nicht annähernd ausgeschöpft. Mir ist schlicht zu wenig passiert, die Spannung ist schnell wieder abgeflacht, sobald sie denn mal da war. Das fand ich sehr schade, denn wie gesagt, bin ich von den Grundlagen an sich echt begeistert. Auch auf zwischenmenschlicher Ebene ist mir da insgesamt zu wenig passiert. Obwohl ich es auch bis zum Ende gut fand, dass wir keine zickige Prota haben, kein nerviges Hin und Her in Sachen Liebesdingen, so fehlte doch einfach die Tiefe. Dabei wären echt interessante Charaktere vorhanden, doch sie bleiben mir zu konturenlos.

Erst gegen Ende kommt noch mal etwas Spannung auf, doch richtig überzeugen konnte es mich nicht, denn von jetzt auf gleich wird alles unfassbar schnell abgehandelt, dazu noch ziemlich emotionslos in meinen Augen. Die plötzliche Brutalität hat mich zwar überrascht, weil sie so absolut im Gegensatz zum bisherigen Buch stand, aber genau das hat doch etwas unstimmig gewirkt und war wie gesagt einfach viel zu schnell und irgendwie zu plötzlich, aus dem Nichts heraus.
Letztendlich bin ich selbst etwas unentschlossen, ob ich weiterlesen will, es sind viele gute Ansätze da, aber es fehlt noch eine gewaltige Steigerung, um mich auch wirklich gänzlich überzeugen zu können.


Fazit

Touch of Ink besticht mit einem traumhaften Cover, aber auch der Klappentext konnte sofort überzeugen. Die Autorin hat an und für sich einen angenehmen Schreibstil, einfach gehalten, leicht verständlich, der die Seiten zunächst verfliegen hat lassen. Doch recht schnell kam bei mir auch etwas Langeweile auf, da in der ersten Hälfte zu wenig Spannung aufkommt für meinen Geschmack. Allein die geniale Grundidee mit verschiedenen Tribes mit deren Wandlern und Sängern hat mich am Lesen gehalten. Ab der Mitte fand ich es in der Hinsicht auch langsam besser und interessant, die Hintergründe zu erfahren. Doch leider hat meine Euphorie nicht bis zum Ende angehalten, denn es tröpfelt einfach so vor sich hin. Bei so einer grandiosen Story muss für mich mehr passieren! Die Charaktere an sich fand ich in Ordnung, gerade die Prota mochte ich zunächst, da sie nicht das typische, bockige Klischee erfüllt und nicht immer alles besser weiß. Doch im Laufe der Handlung sind mir die Figuren allgemein zu blass geblieben. Die fehlende Spannung hat dies noch unterstützt und so wollte der letzte Funke einfach nicht überspringen. Dazu kam, dass alles sehr leicht zu durchschauen war, es gab für mich kaum Überraschungen oder unvorhersehbare Twists, erst ganz am Ende, doch das ging mir alles viel zu schnell. An und für sich ist das Buch damit ganz nett, mehr leider aber auch nicht. Vielleicht kann die Fortsetzung das wieder wettmachen, ob ich diese lesen werde, steht noch in den Sternen. Für diesen Auftakt vergebe ich 3 Sterne.

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