[REZENSION] ZU “NUMMER 365: DIE LICHTBRINGER” VON SABRINA WOLV

[REZENSION] ZU “NUMMER 365: DIE LICHTBRINGER” VON SABRINA WOLV

Nummer 365

Werbung
Presseexemplar
Verlag: Verlags
Genre: Dystopie
Erscheinungsdatum: 01.06.2017
Seiten: 344
Print: 14,90 €
ISBN:  978-3946049043


Inhalt

„Das hier ist die Akademie. Dein neues Zuhause. Du kannst dich geehrt fühlen, Soldat. Von heute an gehörst du zu den Lichtbringern.“
Strudel fühlte sich nicht geehrt, Strudel hatte Angst.

Als der sechsjährige Strudel seinen tyrannischen Onkel tötet, wird er von den Lichtbringern – den uneingeschränkten Herrschern des Lebenserhaltungssystems Eden – in die Akademie gebracht. Dort sollen er und zweihundert andere Kinder in einem tödlichen Training zu Soldaten ausgebildet werden. Gemeinsam mit seinen Freunden Simon und Finan muss Strudel fortan ums Überleben kämpfen. Doch welches Ziel verfolgen die Lichtbringer, und was verbirgt sich hinter „Projekt Neshamah“?

Kann Strudel seine Vergangenheit hinter sich lassen?
Kann er seine Freunde retten?
Wird er überleben?

© Cover/Inhalt: Verlagshaus el Gato / Sabrina Wolv


Meine Meinung

Der Klappentext zu diesem Buch hat mich direkt neugierig gemacht und ich finde auch das Cover sehr gelungen. Ich habe eine große Schwäche für dystopische Geschichten und war sehr gespannt, was mich erwarten würde.

Eigentlich mag ich es total, wenn man mitten ins Geschehen geworfen wird, so war es auch hier erst mal. Man lernt den 6-Jährigen Strudel kennen, der nach dem Mord an seinem Onkel, der ihn misshandelt hat, in eine Akademie kommt, die Akademie der Lichtbringer, und dort soll er ab sofort zum Soldaten ausgebildet werden.

An und für sich war alles erst mal sehr spannend gehalten, mit Strudel hatte ich sofort Mitgefühl und ich wollte unbedingt herausfinden, was es mit diesem Ort und der Ausbildung auf sich hat. Nur den Schreibstil fand ich zunächst sehr nüchtern, es war interessant, aber hat mich insgesamt zu wenig berührt. Es kamen leider auch noch ein paar andere Probleme für mich dazu.

Man erfährt leider kaum Hintergründe über die Welt, in der die Geschichte spielt oder dessen Drahtzieher. Das wird nur mal kurz angeschnitten, mehr aber auch nicht. Eigentlich geht es rein um die Ausbildung in der Akademie, um Strudel und seine Freunde, die er dort findet. Auch die Gefühle sind nicht immer ganz bei mir angekommen. Die Kinder haben mir zwar leid getan, doch so richtig mitfiebern ist mir nicht gelungen. Das Buch macht auch immer wieder größere Zeitsprünge, was mich an sich nicht gestört hat, doch ich hatte auch das Gefühl, dass Strudel zu wenig hinterfragt. Klar, ist er noch sehr jung, aber dadurch hat es mir oft an Spannung gefehlt, weil ich mich gefragt habe, worauf es eigentlich hinauslaufen soll. Man hat Teil an ihrem Alltag, an den Erlebnissen der Kinder, die stellenweise auch wirklich brutal sind, aber was Twists und Nachforschungen anging, war es doch sehr mau.

Dabei bittet das Setting ja so viele Möglichkeiten, die Atmosphäre ist zum Beispiel toll angekommen, sehr düster und angespannt. Die Handlung war teilweise, wie auch schon erwähnt, recht brutal, und trotzdem war es schwierig einen tieferen Bezug herzustellen.

Erst im letzten Drittel haben sich die Ereignisse immer mehr in eine Richtung entwickelt, die mich dann doch wieder sehr neugierig gemacht hat. Hier ist auch einiges passiert, mit dem ich nicht gerechnet hätte und da habe ich auch gemerkt, dass die Gefühle langsam bei mir ankommen. Diesem letzten Drittel ist es zu verdanken, dass ich nun doch noch unbedingt die Fortsetzung lesen will, ich will einfach wissen, wo die Handlung hinführen wird.


Fazit

Nummer 365 hat auf jeden Fall einige gute Ansätze zu bieten. Besonders die Welt, in der die Geschichte spielt, macht mich nach wie vor neugierig. Leider hat man aber in diesem Band viel zu wenig über diese dystopische Welt und deren Hintergründe etc. erfahren, was mir teilweise die Spannung genommen hat, da sich die Story eigentlich nur auf die Ausbildung in der Akademie beschränkt hat. Mit Strudel hatte ich zwar von Anfang an Mitgefühl, aber die allgemeine Tiefe hat mir trotzdem bis zum Schluss gefehlt. Zum Ende hin wurde es zwar besser, aber ich hoffe, dass ich den Bezug insgesamt noch weiter ausbauen kann. Eine Zeit lange dachte ich, dass ich die Geschichte vielleicht nicht weiterverfolgen möchte, doch im letzten Drittel kamen dann ein paar Ereignisse und Wendungen, die meine Meinung noch mal geändert haben und mich auf eine spannende Fortsetzung hoffen lassen. Für diesen ersten Teil gibt es von mir 3 Sterne und ich kann sagen, dass es sich am Ende doch noch gelohnt hat.

Loading Likes...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.