[REZENSION] ZU “MITTERNACHT” VON CHRISTOPH MARZI

[REZENSION] ZU “MITTERNACHT” VON CHRISTOPH MARZI

Mitternacht

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Rezensionsexemplar
Verlag: Piper
Genre: Fantasy
Erscheinungsdatum: 04.06.2019
Seiten: 320
Print: 15,00 €
Ebook: 12,99 €
Reihe: ja / Band 1
ISBN: 978-3492280907


Inhalt

Es gibt einen Ort, an dem die Geister leben, eine Welt, die unsere berührt, eine Stadt, in der mit Geschichten und Albträumen Handel getrieben wird. Ein Missgeschick lässt Nicholas James, den alle nur den »gewöhnlichen Jungen« nennen, diese Welt betreten – und alles ändert sich: Peter Chesterton, ein reisender Geist, nimmt sich seiner an. Das Findelgeistmädchen Agatha stiehlt sein Herz. Und etwas, das im Dunkeln lauert, gewinnt an Macht. Die Wege, die Nicholas beschreitet, führen ihn dorthin, wo alle Hoffnungen geboren und alle Träume gestorben sind, an einen Ort, den die Geister voller Ehrfurcht »Mitternacht« nennen. Eine Geschichte von der Macht der Bücher und der Gefahr des Vergessens, in einer Welt der Geister.

© Cover/Inhalt: Piper Verlag


Meine Meinung

Schon vor einem Jahr hatte ich dieses Buch entdeckt und war vom Klappentext verzaubert. Die Veröffentlichung hat sich dann nochmals verschoben, umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich es nun endlich lesen darf.

Der Einstieg in die Geschichte war erst mal richtig schön. Ich fühlte mich in dem Schreibstil gleich geborgen und diese Tatsache lies die Seiten verfliegen, zunächst. Denn dann kam für mich eine kleine Durststrecke. Die Story spielt im London, aktuelle Zeit und ich hatte manchmal das Problem, dass ich den Schreibstil, so gut er mir gefiel, nicht mit der Gegenwart vereinbaren konnte. Fragt mich nicht, warum, aber es hatte einfach etwas Nostalgisches, Altmodisches, und ich habe mir das Setting oft als mittelalterliches London vorgestellt. Später hat sich dies zum Glück aber gelegt und ab da war ich auch richtig begeistert von der kompletten Idee und auch der Umsetzung.

Das Buch beginnt nämlich auch eher ruhig, zwar einnehmend und fasziniernd, gerade auch wegen dem “geheimnisvollen” Peter Chesterton. Das Setting in diesem Buch ist sowieso der absolute Hammer, aber der Autor hat auch die Nebelstadt der Geister so genial beschrieben, als wäre ich selbst mittendrin. Nicholas James wirkt aufgrund seiner erst 24 Jahre häufig auch schon viel älter und reifer, was vermutlich auch dazu beigetragen hat, dass ich häufig dieses nostalgische Gefühl hatte.

Die Atmosphäre und die Idee dieser Geschichte wurden super dargestellt und umgesetzt. Leider fehlte mir aber insgesamt etwas die Tiefe zu den Charakteren, ich habe das Lesen zwar sehr genossen, was aber wirklich hauptsächlich an diesem Setting lag. So richtig mitfiebern ist mir nicht immer gelungen. Trotzdem wollte ich immer wissen, wie es weitergeht und zum Ende des Buches war ich schon gespannt, wie das auf den letzten wenigen Seiten aufgeklärt werden soll.

Und ab hier fällt es mir schwer, dies zu bewerten. Denn die letzten Kapitel wirken offen, als wollte man es einfach schnell irgendwie zu Ende bringen. Erst war alles ganz ausführlich und atmosphärisch, plötzlich total abgehakt mit Sprüngen und ohne große Ausführungen. Eigentlich müsste ich das mit deutlichem Abzug in der Bewertung honorieren, aber im Nachwort gibt der Autor Infos preis, die mir dies fast unmöglich machen. Seit Mitte letzten Jahres hat er schwere gesundheitliche Probleme (im Nachwort näher erklärt), die mich dazu veranlassen, dass ich sagen muss, es erstaunt mich, dass er dieses Buch überhaupt noch so zu Ende bringen konnte.

Gleichzeitig hat er auch erwähnt, dass es weitergehen soll, eine Fortsetzung geben wird, das bringt mir zum einen die Hoffnung, dass hier dann manches noch mal ausführlicher aufgegriffen wird. Aber ich frage mich auch, ob es nicht gleich besser gewesen wäre, die Veröffentlichung diesen Buches auf unbestimmte Zeit erst mal zu verschieben. Das sind aber jetzt nur Spekulationen, das Buch ist nun mal in dieser Form erschienen und ich habe das Ende nicht wirklich in die abschließende Bewertung miteinbezogen.


Fazit

Mitternacht ist eine ganz besondere Geschichte, die mich mit ihrer Grundidee und dem genialen Setting absolut begeistern konnte. Zeitweise hat ich ein paar Probleme damit, mir die Gegenwart vorzustellen, denn es wirkte alles sehr nostalgisch und altmodisch. Auch der etwas ruhigere Start der Story hat sich kurzzeitig etwas gezogen. Aber dann habe ich es wirklich geliebt. Diesen Wechsel ins London der Geister hat mich total fasziniert. Diese Nebelstadt wurde perfekt beschrieben und ich war absolut gefangen und konnte die Atmosphäre spüren. Insgesamt hätte ich mir zwar noch mehr Tiefe im Bezug auf die Charaktere gewünscht, doch die vielen Kleinigkeiten, die mich hier eingenommen haben, haben das irgendwie ausgeglichen. Einzig das Ende hat mich unschlüssig zurückgelassen. Durch das Nachwort des Autors habe ich mich allerdings dazu entschieden, dies nicht in die Bewertung mit einfließen zu lassen und vergebe 4 Sterne. Und da es eine Fortsetzung geben wird, bin ich auch guter Dinge, dass hier noch mal einiges aufgegriffen wird und ich freue mich darauf.

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