[REZENSION] ZU “IM BANN DER VERWUNSCHENEN ZEIT” VON JENNY VÖLKER

[REZENSION] ZU “IM BANN DER VERWUNSCHENEN ZEIT” VON JENNY VÖLKER

Im Bann der verwunschenen Zeit

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Presseexemplar
Verlag: Selfpublisher
Genre: Urban Fantasy / Märchen
Erscheinungsdatum: 05.03.2020
Seiten: 326
Print: 11,99 €
Ebook:  0,99 € Einführungspreis
Reihe: nein
ISBN: 978-3750441217


Inhalt

Wie würdest du reagieren, wenn du zu einem Ball eingeladen wirst von einem König, von dem du noch nie etwas gehört hast?

Hannah hat als Alleinerziehende kaum Zeit für sich. Sie muss ohne Hilfe sämtliche Arbeiten stemmen, um sich und ihre Kinder finanziell über Wasser zu halten. Eines Morgens flattert eine Einladung zu einem königlichen Ball in ihre Wohnung. Die Königsfamilie ist ihr völlig unbekannt. Und der Ort, an dem der Ball stattfinden soll, ist nicht mehr als eine verfallene Ruine.
Als am Abend eine Kutsche mit sechs weißen Pferden vor ihrem Haus erscheint, muss sie sich entscheiden. Soll sie ihren Alltag durchbrechen und dieser mysteriösen Einladung auf den Grund gehen? Wird sie mit dem Prinzen tanzen? Aber was, wenn er ein unglaubliches Geheimnis hütet?

© Cover/Inhalt: Juliane Buser Grafikdesign / Jenny Völker


Meine Meinung

Bei Märchen bin ich sofort begeistert und das Cover passt schon traumhaft gut zu diesem Genre. Insgesamt finde ich alles, auch den Titel, Klappentext und Inhalt perfekt aufeinander abgestimmt.

Jenny Völker beginnt mit ihren Märchenromanen für Erwachsene grundsätzlich in der Menschenwelt und das macht es für mich noch einen Tick zauberhafter. Man kann sich einfach noch besser hineinversetzen und seiner Fantasie freien Lauf lassen, indem man sich vorstellt, jeder von uns könnte mit einem Märchen in Berührung kommen.

Wir lernen hier zunächst Hannah und ihre drei Kinder kennen. Hannah ist alleinerziehende Mutter seit sie vor einigen Jahren ihren Mann verloren hat und ihre Kids sind das Einzige, das sie ihren Alltag meistern lässt. Man merkt deutlich ihren Frust und dass sie mit ihrem Leben im Moment nicht glücklich ist und dabei konnte man sie einfach so gut verstehen. Sie war mir auf Anhieb sympathisch und obwohl ich selbst keine Kinder habe, hat die Autorin es super geschafft, dass ich mich toll in die Situation hineinfühlen konnte.
Als dann plötzlich ein ominöser Brief mit einer Einladung zu einem Ball auf einem Schloss eintrifft, beginnt der Zauber.

Mir hat die Mischung aus Neuem und Altem hier gut gefallen. Man findet ein paar kleine Parallelen zu bekannten Märchen, aber insgesamt wurde das alles neu verwoben. Es gibt einen Prinzen, einen Fluch, natürlich auch ein Schloss und noch viele Kleinigkeiten, die ein zauberhaftes Ganzes ergeben haben.

Allerdings gibt es auch ein paar Dinge, die mich nicht so gut überzeugen konnten.
Die Figuren in der Geschichte sind auf jeden Fall toll durchdacht, nur leider fehlen mir die Ecken und Kanten. Es wirkt alles so geradlinig, so perfekt. Natürlich erwarte ich kein nerviges Hin und Her, aber es fehlte einfach was. Da hat auch die Tiefe darunter gelitten. Es fällt schwer eine Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, wenn sie zu blass bleiben. Besonders der Prinz, Maximilian, ist mir einfach fremd geblieben. Er ist so lieb und freundlich, zuvorkommend, man könnte meinen, eigentlich so, wie man sich einen Mann wünschen würde. Aber es wirkt leider auch langweilig, da fehlt es an Schlagfertigkeit, ein bisschen Frechsein schadet auch nie, aber das ist natürlich nur mein persönlicher Geschmack.

Auch die Handlung an sich war mir oft zu einfach gestrickt. Das Setting fand ich toll, genauso wie viele tolle Wesen, die mit eingebaut wurden. Aber sobald Probleme aufgetaucht sind, konnten diese in meinen Augen immer viel zu leicht gelöst werden. Da kam auch die Stimmung bei mir nicht richtig an. Gerade bei einem Märchen für Erwachsenen würde ich mir ein bisschen mehr Düsternis wünschen.

Gerade im letzten Drittel hat die Autorin aber wieder gezeigt, dass sie durchaus auch anders kann. Hier war die Verbindung wieder intensiver, die Tiefe ausgereifter, hier hat sie mich auch berührt, sodass mir die Tränen gekommen sind. An und für sich hat mir das Märchen insgesamt trotzdem ganz gut gefallen und vor allem Irmgard ist mir positiv in Erinnerung geblieben.


Fazit

Im Bann der verwunschenen Zeit ist ein Märchen, das viele tolle Ideen verbindet. Man findet auch kleine Parallelen zu einigen bekannten Märchen und mir hat es super gefallen, wie die Autorin das mit eingebaut hat. Das Setting und die komplette Idee mit dem Fluch fand ich absolut gelungen, genauso wie viele tolle Wesen, die in der Geschichte auftauchen.
Es gab allerdings etwas, das mich leider nicht überzeugen konnte. Das sind zum Teil die Charaktere und auch die Umsetzung der Handlung. Mir fehlte hier die Tiefe, es fiel mir schwer eine Verbindung aufzubauen und richtig mitzufiebern. Dazu war mir auch vieles zu einfach konstruiert. Da hätte ich mir für einen Märchenroman für Erwachsene etwas mehr Düsternis, ausgefeiltere Hindernisse gewünscht. Natürlich ist das Geschmacksache und gerade das letzte Drittel hat mir gezeigt, dass die Autorin sehr wohl in der Lage ist, Emotionen zu transportieren. Insgesamt fand ich die Geschichte für zwischendurch ganz gut und ich vergebe 3 Sterne.

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