[REZENSION] ZU “HUSH – VERBOTENE WORTE” VON DYLAN FARROW

[REZENSION] ZU “HUSH – VERBOTENE WORTE” VON DYLAN FARROW

Hush – Verbotene Worte

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Leseexemplar
Verlag: Loewe
Genre: Fantasy
Erscheinungsdatum: 10.02.2021
Seiten: 416
Print: 19,95 €
Ebook:  14,99 €
Reihe: ja, Band 1 der Dilogie
ISBN: 978-3743205161


Inhalt

Bücher sind gefährlich.
Tinte kann tödlich sein.

Shae lebt in Montane, einem Land, in dem Sprache Macht bedeutet. Mit eiserner Hand regieren die Barden über das verarmte Volk. Denn nur sie können mit ihren Worten die Magie kontrollieren. Shae fürchtet sich umso mehr vor ihnen, weil sie ein Geheimnis hat: Alles, was sie stickt, wird lebendig. Aber dann passiert etwas, das ihr keine Wahl lässt, als Antworten bei den Barden zu suchen. Und schnell lernt Shae, wie mächtig Worte wirklich sein können …

© Loewe Verlag


Meine Meinung

Bei dem Klappentext in Verbindung mit diesem wunderschönen Cover hatte ich mir eine emotionale, spannende Geschichte erhofft und konnte kaum erwarten, damit anzufangen.

Der Einstieg war auf jeden Fall positiv, da mich der Schreibstil der Autorin sofort abholen konnte. Man lernt Shae, ihre Familie und das Dorf Aster kennen, was ich alles unheimlich interessant fand. Auch konnte ich mich gut in ihre Situation hineinversetzen, denn das Schicksal hatte es bisher nicht gut mit ihr gemeint. Mir hat es sehr leid getan, wie sie ausgegrenzt wurde und ich war sehr erpicht darauf zu erfahren, wie die Zusammenhänge sind.

Doch obwohl alles sehr faszinierend war und auch zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkam, haben mir die Hintergründe gefehlt. Was genau hat es mit den Barden auf sich? Wie kommt es, dass die Sprache so mächtig ist und viele Dinge verboten wurden? Mir war im ersten Drittel gar nicht klar, wo die Autorin genau hin will, was ihre Ziele sind, auch im weiteren Verlauf fehlten mir immer wieder die Informationen.

Die Charaktere sind ebenfalls etwas undurchsichtig gezeichnet. Shae war mir zwar sympathisch, doch leider auch grenzenlos naiv. Dies konnte ich teilweise mit ihrer Vergangenheit und ihren Erfahrungen nicht in Einklang bringen. Allein die Naivität wäre aber nicht das Problem, sondern eben auch die fehlende Entwicklung bei ihr. Bis zum Ende kann ich hiervon nichts erkennen. Ravod fand ich auch direkt interessant und war gespannt, mehr von dieser Figur zu erfahren, doch auch bei ihm war das Warten umsonst. Mir ist es nicht gelungen, zu irgendwem in der Geschichte einen tieferen Bezug herzustellen.

Gleichzeitig konnte ich mich aber der Faszination der grundlegenden Handlung nicht entziehen, denn allein die Idee fand ich schon von Anfang an genial. So habe ich immer weiter gelesen und gehofft, dass die Hintergründe aufgedeckt werden, dass alles etwas klarer wird. Leider kam es eher gegenteilig, denn die Story wird nimmt fortlaufender Seitenanzahl mehr und mehr verwirrende Züge an. Einiges war skurril, es war nicht vorhersehbar, was ich eigentlich alles mag, doch wenn einfach keine Informationen geliefert werden, kaum etwas erklärt wird, dann reicht das leider nicht. Die Figuren haben sich nicht entwickelt, sie blieben blass, sogar der Bösewicht konnte mich null beeindrucken und die Intention im Bezug auf diesen war mir von Beginn an klar, das habe ich sofort durchschaut und sollte auch recht behalten. Gegen Ende passieren dann einige Dinge, die mir viel zu schnell gingen, das war schon fast wie aus heiterem Himmel. Dazu war es viel zu einfach, vieles hat sich passend gewendet und emotional gesehen hat es mich leider auch nicht erreicht. Die Intention der Autorin war gut gemeint und ich weiß auch, was sie erreichen wollte, doch angekommen ist es bei mir leider nicht.


Fazit

Hush – Verbotene Worte hat natürlich eine beeindruckende Geschichte versprochen. Ich muss gestehen, dass ich diesen Titel lange nicht so richtig mit dem Buch in Einklang bringen konnte. Die gesamte erste Hälfte plätschert vor sich hin, es war nicht langweilig, doch leider auch nicht sehr spektakulär. Es fehlten schlicht Hintergründe und Erklärungen, man erfährt eigentlich kaum etwas über diese Welt, deren Bewohner und wie es dazu kam. Das war aber noch nicht das einzige Problem, denn leider blieben mir auch die Charaktere durchwegs zu blass. Die Prota Shae war von Anfang bis Ende erschreckend naiv, erschreckend, weil ich wirklich so gar keine Entwicklung wahrnehmen konnte. Für gewöhnlich wachsen Figuren mit den Herausforderungen, doch hier blieb alles auf einem Level und dazu konnte ich einfach keine Bindung herstellen. Emotional gesehen war ich einfach Beobachter, aber nicht wirklich in der Geschichte gefangen. Eigentlich war das Buch trotzdem nicht langweilig, denn es waren durchwegs immer wieder tolle Ideen dabei und Ansätze vorhanden, nur wurde das Potenzial nicht wirklich genutzt. Letztlich muss ich leider sagen, dass ich es ganz nett fand, diese Reihe aber wohl nicht weiterverfolgen werde, auch wenn womöglich im zweiten Band mehr Informationen kommen werden. Durch die fehlende Tiefe fehlt mir insgesamt das Interesse an der Fortsetzung. 3 Sterne!

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