[REZENSION] ZU “FEDERN ÜBER LONDON 2 – IRREFÜHRUNG” VON SABINE SCHULTER

[REZENSION] ZU “FEDERN ÜBER LONDON 2 – IRREFÜHRUNG” VON SABINE SCHULTER

Federn über London 2

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Leseexemplar
Verlag: Selfpublisher
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsdatum: 10.02.2021 (Ebook)
Seiten: 334
Taschenbuch: folgt
Hardcover: folgt
Ebook:  4,99 €
Reihe: ja, Band 2
ISBN: folgt


Inhalt

Bist du bereit für die Unterwelt Londons?

Völlig unerwartet erhält Clear ihren ersten Schub und steigt zu einem Engel des zweiten Trimesters auf. Zuerst erleichtert sie das, denn es bedeutet, dass sie gemeinsam mit Ease und den anderen Todesengeln die Seelen Verstorbener einsammeln kann.
Doch London ist in Aufruhr und die Vermutung, dass das dunkle Nichts Jagd auf Clear und ihre Kollegen macht, birgt große Gefahren. Niemand weiß, wer den Jäger aufgeschreckt hat, aber ein Hinweis führt sie direkt in die Tiefen der Unterwelt. Zusammen mit ihren Kollegen und dem gefallenen Engel Daimion begibt sich Clear dorthin, ohne zu merken, dass die Lösung vieler Rätsel direkt vor ihr liegt.

Alle Bände dieser Reihe:
Band 1: Erwachen
Band 2: Irreführung
Band 3: Suche (Mai 2021)
Band 4: Überleben (August 2021)

© Sabine Schulter


Meine Meinung

London, Unterwelt, Engel und dann auch noch Todesengel?! Das klingt einfach zu gut und nachdem ich auch schon vom ersten Teil sehr begeistert war, habe ich mich riesig auf die Fortsetzung gefreut. Das Cover vom zweiten Band ist ebenfalls sehr gelungen und ich freue mich schon darauf, später alle als Hardcover in meinem Regal zu haben.

Zum Ende von Teil 1 ging es ja richtig zur Sache und viele Fragen blieben offen, zum Glück musste man nicht lange auf diese Fortsetzung warten. Sie schließt nahtlos an und da ich den Vorgänger erst kürzlich gelesen habe, konnte ich sofort wieder mitten ins Geschehen eintauchen. Ich mag  viele der Figuren unheimlich gerne. Sabine hat jede von ihnen tiefgründig gezeichnet, man kann mit ihnen mitfühlen, ich fühle mich der Gruppe verbunden und mag auch die Gemeinschaft, die sie untereinander bilden. Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass sie alle sehr behütet miteinander umgehen, sich oft gegenseitig bedanken und immer sehr verständnisvoll aufeinander eingehen, vor allem auch Clear, was natürlich im Prinzip ganz wundervoll ist, wer wünscht sich das nicht. Doch selbst die Menschen, die man am meisten schätzt, haben ja von Zeit zu Zeit mal unterschiedliche Ansichten oder haben mal einen kleinen Streit, irgendwas, was kurzzeitig nicht ganz rund läuft. Damit will ich nicht sagen, dass ich mir ein nerviges Hin und Her wünschen würde, aber einfach ein paar Kontraste mehr. Hier haben mir manchmal die kleinen Kanten und Gegensätze gefehlt, die Dynamik zwischen Clear und den anderen Engeln war mir stellenweise etwas zu blumig. Die Prota hat es mir allgemein manchmal schwer gemacht. Ich empfand es ehrlich gesagt oft als nervig, dass immer wieder betont wird, wie wohl sie sich in der Gesellschaft von gleich zwei männlichen Wesen fühlt. Dreiecksgeschichten mag ich einfach nicht gerne, aber zum Glück war das immer nur ganz am Rande und ich hoffe nicht, dass es in diese Richtung weitergehen wird. Gerade dieser Charakterzug von Clear macht es mir auch schwer mich in sie hineinzufühlen, einerseits immer verständnisvoll, aber gleichzeitig sehr eigensinnig, stur und emotional unentschlossen.

London als Setting liebe ich ja grundsätzlich in Büchern. Irgendwie macht es mir auch nichts aus, wenn es zum millionsten Mal in einer Geschichte vorkommt. Hier wurde wirklich alles super schön und bildhaft beschrieben. Die Akademie der Engel über der National Gallery mitten am Trafalgar Square konnte ich mir atemberaubend vorstellen und gerade, wenn man schon mal selbst in London war, sieht man diesen berühmten Platz mit dem Gebäude leicht vor sich. Die Akademie entsteht natürlich aus eigener Fantasie, aber die Autorin hat das fantastisch dargestellt.

Die Engel befinden sich weiterhin im Kampf gegen das Nichts und beschäftigen sich mit der Frage, warum es immer wieder angereift und inwiefern bzw. ob dies wohl mit den Todesengeln und Clear zusammenhängen mag. Dabei führt sie ihre Suche in die Unterwelt, die aus verschiedenen Ringen besteht, und ich habe dieses Setting echt geliebt, stellenweise sehr düster und gefährlich, wobei dies noch brutaler sein könnte für eine Erwachsenen-Fantasy. Zudem muss ich auch sagen, dass mir die erste Hälfte dieses Mal zu ruhig war, nicht langweilig, aber da hätte doch etwas mehr passieren können für meinen Geschmack. Zum Glück ändert sich das dann zur Mitte hin mehr und mehr und ich habe noch eine tolle Hetzjagd mit so einigen Überraschungen bekommen.
Gerade das letzte Drittel strotzt nur so vor Spannung und Action, das war genau nach meinem Geschmack, das darf ruhig öfter so sein, vielleicht bekomme ich das dann im nächsten Band.

In Sachen Liebe tut sich bisher nicht sehr viel, wie oben schon erwähnt. Man kann die Richtung erkennen, aber es spielt nur eine untergeordnete Rolle bisher, das gefällt mir sehr gut. Ich hoffe nicht, dass das wirklich in eine Art Liebesdreieck münden wird, wie manche Zeichen erahnen lassen, allerdings ist wie gesagt alles nur am Rande angedeutet, sodass ich das erst mal mit gutem Gewissen ignorieren kann. Mein absoluter Liebling in der Geschichte ist Daimion. Das hatte sich gegen Ende des ersten Bandes schon abgezeichnet und bewahrheitet sich nun. Er ist für mich die Figur mit den meisten Ecken und Kanten, geheimnisvoll, frech und irgendwie liebenswert. Über ihn möchte ich aber gerne noch mehr zu seiner Geschichte und Hintergründe erfahren.

Kurz vor Schluss habe ich mich schon gefreut und dachte, dieses Mal gibt es keinen Cliffhanger. Tja! Zu früh gefreut! Es gab zwar schon schlimmere Enden, aber ich bin auf jeden Fall mehr als gespannt, welche Herausforderungen im nächsten Teil warten.


Fazit

Federn über London 2 ist insgesamt eine gelungene Fortsetzung über die Todesengel von London mit ein paar kleineren Schwächen. Der zweite Band führt uns durch die Unterwelt, wo man die verschiedenen Ebenen, hier genannt Ringe, besser kennenlernt. Ich fand das Setting ziemlich genial und habe mich außerdem gefreut, dass meine Liebelingsfigur Daimion auch mehr vertreten ist. Es hätte für meinen Geschmack nur noch etwas düsterer und brutal sein können. Obwohl es dieses Mal viele Auflösungen gibt, mit denen ich meistens nicht gerechnet hätte, bleiben auch immer noch viele Fragen offen. Die erste Hälfte empfand ich allgemein zu ruhig, der zweite Teil konnte dafür mehr punkten und ich konnte die Geschichte ab einem Punkt nicht mehr aus der Hand legen. Die Liebe spielt bisher nur ganz am Rande eine Rolle, was ich auch total mag. Die Figuren finde ich ebenfalls sehr gelungen, z. B. Black, Wet, Ease, Tune usw., die finde ich alle toll ausgearbeitet. Clear bleibt auf jeden Fall auch im Gedächtnis, allerdings habe ich manchmal so meine Probleme mit ihrer widersprüchlichen Art und der allgemeinen Gruppendynamik, die mir manchmal zu perfekt erscheint. Trotzdem bleibt die Reihe absolut lesenswert und ich bin gespannt, wie die Reise weitergehen wird. 4 Sterne!

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