[REZENSION] ZU “DIE STIMME” VON S. K. TREMAYNE

[REZENSION] ZU “DIE STIMME” VON S. K. TREMAYNE

Die Stimme

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Leseexemplar
Verlag: Droemer Knaur
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 01.10.2020
Seiten: 400
Print: 16,99 €
Ebook: 14,99 €
Reihe: nein
ISBN: 978-3426227381


Inhalt

»Ich weiß, was du getan hast.« Jo ist schockiert, als die digitale Home Assistentin Electra sie ohne Aufforderung anspricht. Unmöglich kann eine harmlose Software vom Furchtbarsten wissen, das Jo jemals passiert ist! Doch Electra weiß nicht nur Dinge – sie tut auch Dinge, zu denen sie nicht in der Lage sein sollte: Freunde und Eltern erhalten Textnachrichten mit wüsten Beschimpfungen, Jos Bankkonto wird leergeräumt, die Kreditkarte überzogen … Zum ersten Mal seit Jahren muss Jo wieder an ihren Vater denken, der unter heftigen schizophrenen Schüben litt und sich schließlich das Leben nahm. Kann es sein, dass sie sich die Stimme nur eingebildet hat? Doch Electra ist noch lange nicht fertig mit Jo …

© Droemer Knaur Verlag


Meine Meinung

Mittlerweile oder besser gesagt im Moment gibt es in diesem Bereich fast schon zu viele Geschichten, doch ich war von dem Klappentext sehr angetan und konnte nicht widerstehen.

Der Schreibstil hat mir bereits auf den ersten Seiten gefallen. Obwohl es ein Thriller ist, ist es spritzig und frisch geschrieben. Die Story wird aus der Sicht von Jo erzählt, und das passiert mit einer guten Prise Selbstironie. Zumindest anfangs.

Nach der Scheidung ist die Prota bei ihrer besten Freundin untergekommen. In deren Wohnung ist alles neuester Standard und somit voll von Home Assistants. Doch bald scheint die Technik ein perfides Eigenleben zu entwickeln. Oder doch nicht?

Man merkt recht schnell, wie sich die anfangs sarkastische, gut gelaunte Jo immer mehr in eine ängstliche, an sich zweifelnde Person verwandelt. Und das ist auch absolut glaubwürdig und angsteinflößend dargestellt. Beim Lesen habe ich mich selbst oft genug gefragt, was ist Wirklichkeit und was nicht? Der Autor hat ein wahres Psychospiel konstruiert, das wirklich kaum grausamer sein kann.

Es passiert so viel in dem Buch, ich bin kaum zum Durchatmen gekommen. Jo geht durch die Hölle und obwohl ich mir selbst oft nicht sicher war, ob das alles wirklich passiert, hat sie mir unheimlich leid getan. Es gab tatsächlich Momente, in denen ich dachte, das ist zu viel, es war kaum zu ertragen, was hier alles passiert. Wie ein Leben durch Technik zerstört wird und wie vertrauensselig viele sind und sich zu hundert Prozent auf ihre Geräte verlassen.

Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich mich im Mittelteil schon ein paar Mal gefragt habe, warum Jo trotzdem so lange in der Wohnung bleibt. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr Nachforschungen gewünscht. Das habe ich dann zum Glück auch bekommen, allerdings erst später.

Trotzdem muss ich sagen, die Auflösung war unglaublich gut durchdacht. Auf diese Hintergründe wäre ich niemals gekommen und ich fand am Ende tatsächlich alles stimmig.


Fazit

Die Stimme ist ein gelungener Psychothriller, der die Grenzen zwischen Wahrheit und Wahn verschwimmen lässt. Unabhängig davon hat der Autor eine glaubwürdige und auch furchteinflößende Geschichte geschrieben, in der die voranschreitende Technik ein neues Gesicht bekommt. Er zeigt auch, wie schnell man alles glaubt, darauf vertraut und sich auf seine Geräte verlässt. Dabei kommen immer wieder Gänsehaut bescherende Wendungen um die Ecke. Und wenn du denkst, der Höhepunkt ist erreicht, wird noch mal eine Grausamkeit draufgelegt. Insgesamt echt super gemacht, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, 4 Sterne!

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