[REZENSION] ZU “DIE STILLEN GEFÄHRTEN: EINE VIKTORIANISCHE GEISTERGESCHICHTE” VON LAURA PURCELL

[REZENSION] ZU “DIE STILLEN GEFÄHRTEN: EINE VIKTORIANISCHE GEISTERGESCHICHTE” VON LAURA PURCELL

Die stillen Gefährten

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Leseexemplar
Verlag: Festa
Genre: Geistergeschichte
Erscheinungsdatum: 10.02.2021
Seiten: 448
Print: 22,99 €
Ebook:  5,99 €
Reihe: nein
ISBN: 978-3865528780


Inhalt

Einige Türen sind aus einem bestimmten Grund verschlossen …

England, 1866: Als Elsie den reichen Erben Rupert Bainbridge heiratet, glaubt sie, nun ein Leben im Luxus vor sich zu haben. Doch nur wenige Wochen nach ihrer Hochzeit ist sie bereits verwitwet. Und dazu schwanger.
Elsie bezieht das alte Landgut ihres verstorbenen Mannes. Da ihre neuen Diener ihr gegenüber äußert reserviert sind, hat Elsie nur die ungeschickte Cousine ihres Mannes zur Gesellschaft.
Zumindest glaubt sie das. Doch in ihrem neuen Zuhause existiert ein verschlossener Raum. Als sich dessen Tür für sie öffnet, findet sie ein 200 Jahre altes Tagebuch und eine beunruhigende, lebensgroße Holzfigur – eine stille Gefährtin …

© Festa Verlag


Meine Meinung

Von diesem Buch habe ich schon die englische Ausgabe Zuhause, doch ich bin leider bisher nie dazu gekommen, es zu lesen. Als ich dann letztes Jahr erfahren habe, dass es beim Festa Verlag erscheinen wird, war ich sofort Feuer und Flamme. Noch dazu wurde wirklich eine wunderschöne Ausgabe daraus, die in jedes Bücherregal gehört. Schon der Klappentext klingt einfach unverschämt gut und ich konnte kaum erwarten, damit zu beginnen.

Wie schon der Untertitel verspricht wird der Leser in eine viktorianische Vergangenheit entführt und die Atmosphäre ist sehr schön eingefangen worden.  Elsie zieht in das Anwesen ihres erst verstorbenen Mannes. Das Haus ist schon seit langer Zeit im Familienbesitz der Bainbridges und hier nimmt die Geschichte ihren Lauf. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschehnisse schon bald aus zwei unterschiedlichen zeitlichen Perioden erzählt werden: 1865/1866 und 1665. Auf diese Art erfährt man viel über die Vergangenheit des Hauses und vor allem auch über die Familie Bainbridge und über “Die stillen Gefährten”.

Immer wieder passieren seltsame Dinge, die mir beim Lesen Gänsehaut-Momente beschert haben. Dazu wurde auch die Stimmung immer düsterer, was super zu diesem genialen Setting gepasst hat. Außerdem hat die Autorin auch einen sehr einnehmenden Schreibstil, historisch angehaucht, durch den ich quasi direkt in diese Zeit katapultiert wurde und alles hautnah mit erlebt habe. Gerade die erste Hälfte hatte noch ein paar Längen, doch man hat gemerkt, wie sich die Spannung nach und nach immer mehr steigert, wie sich alles langsam aufbaut und wie auch die unheimlichen Vorkommnisse immer mehr zunehmen. Und diese wurden auch mit der Zeit immer grusliger, mir lief es tatsächlich kalt den Rücken hinunter und ich fühlte mich abends allein in meiner stillen Wohnung schon fast unwohl.

Wir haben hier klassischen Horror vom Feinsten, der zwar nicht unbedingt Neues bietet, doch die Umsetzung ist einfach absolut überzeugend. Alleine die Idee mit den stillen Gefährten fand ich sofort grandios und ist meisterhaft gelungen. Puppen und Ähnliches finde ich ja eh super gruselig und das gilt nun auch für Holzfiguren. Die Autorin hat die Geschichte so aufgebaut, dass sich Zusammenhänge erst nach und nach erschließen und dabei kommen gerade im letzten Drittel doch ein paar überraschende Wendungen zustande, die ich nicht durchschaut habe. Manchmal weiß man auch gar nicht mehr, was ist Wirklichkeit, was nur Fiktion, doch die düstere Stimmung bleibt bis zur letzten Seite vorhanden.


Fazit

Die stillen Gefährten entführt nicht nur auf sehr erfolgreiche Weise in die viktorianische Vergangenheit, was auch sprachlich zu merken war und super gepasst hat. Das Buch bietet auch eine klassische Geistergeschichte, die mir immer wieder jede Menge Gänsehaut beschert hat. Der Klappentext hat wirklich nicht zu viel versprochen, ganz im Gegenteil. So im Nachhinein betrachtet empfand ich die Story viel gruseliger als ich vorher gedacht hätte. Die Autorin schafft eine tolle düstere Atmosphäre, was natürlich bei einem alten Anwesen wie hier perfekt gelingt. Dazu kommen viele bekannte Ideen, die meisterhaft kombiniert wurden und insgesamt einen wahren Gruselhorror ergeben haben. Wer blutige und brutale Geschichten bevorzugt, bekommt hier allerdings nur wenige Szenen in diese Richtung. Das war in meinen Augen aber auch nicht nötig. Bei übernatürlichen Romanen besteht die Kunst darin, dem Leser schauerliche Momente zu bereiten, die unter die Haut gehen und das wurde bei mir geschafft. Anfangs gab es noch ein paar kleine Längen, doch die Spannung hat sich nach und nach immer mehr aufgebaut, die Handlungsstränge wurden immer faszinierender und auch unheimliche Geschehnisse sind mit voranschreitender Seitenzahl immer häufiger aufgetaucht. Von mir gibt es eine absolute Lese-Empfehlung und 4,5 Sterne, 5 auf den gängigen Portalen.

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