[BLEIB DU] “THE HATE U GIVE”: RASSISMUS IM ALLTAG

[BLEIB DU] “THE HATE U GIVE”: RASSISMUS IM ALLTAG

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Rassismus im Alltag

Hallo meine Lieben,

im Rahmen der großen #BleibDu Aktion durfte ich das Buch “The Hate U Give von Angie Thomas” lesen und war mehr als begeistert davon. Zur Rezi kommt ihr hier.
Das Buch behandelt ein Thema, das leider immer noch brandaktuell ist, Rassismus, und ich durfte einen Beitrag dazu schreiben, der sich aus eigenen Erfahrungen als auch aus Erfahrungen eines Bekannten zusammensetzt.

In der nächsten Zeit wird es noch einige tolle Berichte und Aktionen hierzu geben, und es gab auch schon einige, ein paar Links dazu findet ihr ganz unten, sowie richtig geniale Bücher in diesem Bereich und allgemein im Bereich Mobbing. Schaut dazu auch unbedingt regelmäßig auf der Facebookseite von Bleib du vorbei. Mobbing geht uns alle an und ist so wichtig! Es haben sich außerdem auch ganz viele Sponsoren angeschlossen, denen dieses Thema ebenfalls am Herzen liegt.


© AuthorsAssistant


Wir leben im 21. Jahrhundert und rassistische Anfeindungen sind schon lange kein großes Thema mehr.

Eine Aussage, die ich in den letzten Jahren öfter gehört habe und ich wünschte mir einfach nur, es wäre wahr.

Zum Glück bin ich sehr offen erzogen worden. Zu meiner Zeit war ich als Kind noch viel auf Spielplätzen unterwegs und da war es mir egal, welche Hautfarbe ein Kind hatte. Aber Kindern ist sowas eigentlich grundsätzlich egal. Die Eltern sind es, die ihren Kindern vermitteln, dass alle Menschen gleich viel wert sind, oder wie so oft leider ihre Vorbehalte an Kinder weitergeben.
So habe ich selbst als Kind schon mitbekommen, wie andere Eltern ihren Kindern verboten haben, mit dem kleinen türkischen Mädchen zu spielen. Die Mutter spricht kaum Deutsch, das Kind trägt nur Second-Hand Klamotten, da kann nichts Gutes dabei rauskommen. Dabei ging es am Ende nicht um die fehlenden Sprachkenntnisse oder die gebrauchte Kleidung. Menschen, die solche Vorurteile haben, finden immer einen Grund, warum man mit Ausländern nichts zu tun haben sollte.

Später in der Schule gab es natürlich den Klassenclown und den ein oder anderen Raufbolden, der immer Ärger macht, schlechte Noten bekommt etc.
Komischerweise wurde hauptsächlich mit dem Finger auf diejenigen gezeigt, die nicht deutscher Herkunft waren, obwohl der in München geborene, nennen wir ihn Klaus, erst vor kurzem an diese Schule gewechselt ist, nachdem er schon von zwei anderen geflogen war und den Lehrern mit wüsten Beschimpfungen begegnete.

Als Jugendliche sind meine beste Freundin und ich sogar öfter von deutschen Mädchen und Jungen bedroht, beschimpft und beleidigt worden, weil wir mit Ausländern zu tun hatten. Es gab damals eine größere Gruppe bei uns im Ort, die “solche” Freundschaften nicht akzeptieren wollte und uns immer wieder angegriffen hat. Das ist eine Ewigkeit her, doch vergessen wird man so etwas nie!

Ich konnte das nie verstehen, nicht nachvollziehen, und fand es damals schon absolut unfair. Bei mir Zuhause gab es das schließlich nie. Ich wurde nicht vor anderen Menschen gewarnt, weil sie eine andere Hautfarbe, Religion oder Kultur hatten. Für mich war immer klar: wer mir freundlich begegnet, dem werde ich keine unnötigen Vorurteile entgegenbringen. Und selbst denen, die nicht freundlich sind, werde ich nicht unterstellen, dass es aufgrund der Herkunft so ist. Arschlöcher gibt es nun mal in jedem Land, das ist eine Tatsache!


Ein Bekannter von mir stammt aus Afrika, aus Ghana. Obwohl er mittlerweile seit etwa 30 Jahren hier lebt und arbeitet, gibt es immer wieder Menschen, die urteilen, die ihm respektlos begegnen. Ich habe es selbst schon mitbekommen. Egal ob Anfeindungen von Fremden oder sogar aus dem Bekanntenkreis seiner Partnerin. Da gab es z. B. Aussagen wie:

Es gibt doch genug deutsche Männer.
Ob sie mit dem glücklich wird.
Das hält doch eh nicht.

Natürlich kommt sowas nur hintenrum, ins Gesicht gesagt wird sowas nicht. Und natürlich ist man ja auf gar keinen Fall rassistisch, sondern nur besorgt.
Vielleicht trennen sie sich irgendwann, wer weiß das schon, aber dann sicher nicht, weil er aus Afrika kommt.

Aber es gibt noch weitere Beispiele. Manchmal merkt man es eben an Kleinigkeiten. Wenn man herablassend angesehen wird. Wenn man sofort und als Einziger unter mehreren geduzt wird und das in einem sehr herablassenden Tonfall. Wenn man ausgegrenzt wird, deutlich gemacht wird, dass man auf ein Gespräch keinen besonderen Wert legt.

Solche kleinen Spitzen können genauso verletzend sein, wie die offenen Beschimpfungen in Form von „Scheiß Ausländer, geh dahin zurück, wo du herkommst!“

Und ich werde auch immer wieder wütend, wenn Menschen einfach nicht in der Lage sind “Dunkelhäutige” auch so zu bezeichnen! Nicht N… oder auch Bimbo! Nein, das muss einfach nicht sein! Warum ist das für manche so problematisch? Und nur weil etwas früher vielleicht mal so war, macht es die Sache schließlich nicht in Ordnung, vor allem, wenn man weiß, dass es eine Beleidigung ist. Damit ist für mich diese Person schlicht und einfach anstandslos und respektlos.


Aber warum gibt es so viele Menschen, die Ausländer ausgrenzen? Ihnen feindlich begegnen, ohne überhaupt einen Grund dazu zu haben. Was gibt das Recht, Vorurteile zu bilden, weil jemand eine andere Sprache hat, eine andere Hautfarbe, andere Traditionen hat?

Das sind Fragen, die sich wohl nie wirklich beantworten lassen. Denn dass Menschen Angst haben vor dem, was anders ist, kann kein gültiges Argument sein. Man muss schließlich ja nicht alles super finden oder sich damit identifizieren können, sondern einfach nur AKZEPTIEREN.
Die traurige Wahrheit dabei ist, man kann diese Menschen (meistens) nicht bekehren!

Was wir aber tun können, ist, ihnen entgegenzutreten! Unsere Stimme zu erheben! Für Gleichberechtigung zu kämpfen und uns einzusetzen! Nicht zusehen, wenn andere grundlos verurteilt und angegriffen werden!

Manche sprechen von Seiten, auf die man sich stellt: ihr solltet auf der Seite der Deutschen stehen, nicht der Ausländer.
Doch ist es nicht so, dass es diese Seiten eigentlich gar nicht geben sollte?
Wir stehen nur auf einer Seite, nämlich auf der der Menschen! Es sollte keine Rolle spielen, wo wir oder unsere Vorfahren geboren wurden. Wir atmen alle dieselbe Luft und wir alle haben nur dieses eine Leben, um das Beste daraus zu machen.

Selbst habe ich zwar keine Kinder, aber ich sehe es bei den Kindern meiner besten Freundin. Wenn diese z. B. am Spielplatz sind, werden andere Kinder mit einbezogen, unabhängig davon, wo sie herkommen. Zu Hause werden keine Schubladen erstellt, sodass erst gar keine Vorurteile gebildet werden. Es gibt so viele Kleinigkeiten, mit denen man Rassismus entgegen wirken kann, jedem freundlich begegnen, grüßen oder einfach nur ein Lächeln schenken.


Wie oben schon erwähnt, bezieht sich mein Beitrag auf das Buch “The Hate U Give”, ein wirklich fantastisches Werk, das mich zutiefst berührt hat.

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen…

© Cover/Inhalt: cbj


Habt ihr selbst schon Erfahrungen mit Rassismus gesammelt? Lasst es mich gerne wissen.

Bis dann,
eure Marion

Hier kommt ihr zu weiteren tollen Beiträgen dieser Aktion:

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