ARBEITEN IM TRAUMBERUF? IST ES WIRKLICH IMMER SO EINFACH?

ARBEITEN IM TRAUMBERUF? IST ES WIRKLICH IMMER SO EINFACH?

Hallo meine Lieben,

heute möchte mich mal über das Thema “Berufe” unterhalten. Schon oft habe ich irgendwo gelesen/gehört, man soll das machen, was einen glücklich macht. Jeder von uns weiß das. ABER ist es wirklich immer so einfach? Kann jeder seinen Traumberuf finden und auch tatsächlich damit genügend Geld verdienen, um zu leben? Ich denke leider nicht.

Im Alltag habe ich schon oft solche Gespräche verfolgt, bei denen auf andere herabgesehen wird und pauschal behauptet wird, JEDER hätte die Möglichkeit, das zu tun, was er möchte. Und immer wieder könnte ich mich aufregen, denn nein, nicht JEDER kann das! Viele vielleicht, ja, und klar gibt es viele, die zu faul, zu bequem, zu ängstlich usw. sind, aber man kann dies doch nicht immer verallgemeinern und sagen, das wäre bei JEDEM so. Und genau das finde ich ehrlich gesagt immer ganz furchtbar bei solchen Unterhaltungen.

Es gibt mit Sicherheit viele, die ihren Traumberuf gefunden haben, aber noch viel mehr, die einen Job haben, mit dem sie einfach nur zufrieden sind, den sie mögen, aber es deswegen ja nicht gleich DER Traumberuf ist, und leider auch genügend, die ihre Arbeit eigentlich gar nicht mögen, aber sie zum Überleben brauchen. Und nein, nicht jeder ist selbst “schuld” daran, wie ja manche so schön sagen. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich zwar nicht meinen Traumberuf ausübe, aber ich bin absolut zufrieden mit meiner Arbeit, und kann mich daher insgesamt betrachtet echt glücklich schätzen. Allerdings weiß ich auch, dass nicht jeder im Leben das Glück hat, etwas zu machen, das ihm gefällt. Nicht jeder ist für die Realschule oder das Gymnasium oder die FOS/BOS gemacht, nicht jeder kann sich ein Studium leisten, und nicht jeder hat das Glück, Eltern zu haben, die einen bei allem unterstützen. Und deswegen würde ich persönlich auch nie auf andere herabsehen, erst recht nicht, wenn ich denjenigen gar nicht so gut kenne.

Menschen, die ihren Traumberuf haben und auf andere herabblicken und sagen, jeder sei für sein Leben selbst verantwortlich und dementsprechend selbst schuld, wenn er nicht auch das macht, was er am meisten liebt, hatte es vielleicht einfach im Leben, manche hatten Glück, viele haben bestimmt auch dafür gekämpft und es am Ende geschafft, aber gibt ihnen das automatisch das Recht zu behaupten, JEDER andere könnte dies auch?
Bis zu einem gewissen Punkt mag das stimmen. Man kann etwas aus seinem Leben machen und hat Vieles in der Hand. Vieles leider aber auch nicht. Man weiß nicht, was das Leben einem bescheren wird, welche Steine einem in den Weg gelegt werden, ob es nun eine Krankheit, ein Verlust oder andere Probleme sind.

Man weiß halt oft nicht, welche Schicksale sich hinter einem Menschen verbergen. Und selbst wenn man es weiß, hat man es deswegen nicht selbst erlebt und kann auch nicht beurteilen, wie es wirklich für denjenigen war. Welche familiären Verhältnisse vorhanden sind oder waren, spielt auch eine große Rolle, ganz davon abgesehen, dass es absolut niveaulos ist auf Menschen mit einer niedrigeren Schulbildung herabzuschauen. Es fehlt häufig einfach auch an einem Funken Glück. Wie viele großartige Sänger und Sängerinnen gibt es wohl, die niemals mit ihrer Stimme Geld verdienen werden? Wie viele Autoren gibt es, die von großen Verlagen abgelehnt werden, obwohl sie teilweise besser schreiben als so mancher “Bestseller-Autor”? Man könnte endlos viele Beispiele aufführen, aber ich glaube, die meisten wissen, was ich meine.
Genauso ist es oft auch einfach der Verdienst, der zu niedrig ist. Klar macht Geld allein nicht glücklich, das wissen wir alle, aber trotzdem gibt es viele, die ihren Traumberuf nicht ausüben können, weil das Geld daraus einfach nicht zum Leben reichen würde.

Auch ich habe mein Fachabitur abgeschlossen und habe sowohl Freunde, die studiert haben, als auch Freunde, die “nur” einen Hauptschulabschluss haben. Jemanden darüber zu beurteilen, finde ich absolut schrecklich und darüber könnte ich mich immer maßlos aufregen. Klar kann man stolz sein, wenn man etwas erreicht hat, aber man ist doch deswegen kein besserer Mensch.

Es gibt doch heutzutage so viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Diesen Satz kennt man auch. Ja, gibt es in der Tat. Aber nicht immer ist das dabei, was man persönlich gerne machen würde, nicht jeder kann sich dies leisten, und ja, auch nicht jeder hat die Kraft dazu, noch mal von vorne anzufangen. Womit wir wieder bei den Einzelschicksalen wären. Klar kann man immer schnell urteilen und sagen, dann mach doch… Und klar gibt es bestimmt ganz viele, die auch wirklich noch etwas machen könnten, aber man kann das eben nicht immer pauschal auf jeden beliebigen Menschen anwenden. Man hat nicht erlebt, was andere schon erlebt haben, man weiß nicht, welche Kämpfe schon geführt werden mussten, und deswegen sollte man auch nicht vorschnell und allgemein verurteilen.

Insgesamt habe ich es gut getroffen, ich kann zufrieden sein und bin dankbar, mein Leben selbst finanzieren zu können. Alle, die auch glücklich mit ihrem Dasein sind oder sogar ihren Traumberuf ausüben, seid lieber dankbar und hofft, dass es so bleibt. Blickt nicht auf andere herab! Ihr wisst nicht, was das Leben noch für euch bereithalten wird. Und vor allem wisst ihr nicht, ob nicht die Putzfrau, die jeden Tag euren Mülleimer ausleert, eine bessere Ärztin als ihr selbst gewesen wäre, wenn ihr Leben einen anderen Verlauf genommen hätte.

Wie seht ihr das? Ich bin gespannt auf eure Meinung zu dem Thema.

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